Nisynn: In Dunkelheit geboren – Teil 9

Huii und wieder ein Kapitel zu Unsinn. Viel spaß dabei. Oder auch nicht.

Act9: Hoffnung? oder Anrufe in andere Dimensionen 5€ pro Minute, 3,87€ pro SMS.

Die Nacht brach durch das Dach in das Haus hinein. Draußen hörte man die Grillen zirpen und die Eulen nach einem Taxi rufen. Das beruhigte alle ein wenig, denn bei ihnen zu Hause zirpten auch Grillen, doch Nisynn konnte nicht einschlafen. Sie lag da und starrte durch die dicke Masse wabernder Dunkelheit an die, kaum erkennbare, Decke. Sie drehte sich auf die Seite und spürte dann etwas Hartes in ihrer Tasche. Sie hatt sich nämlich quer auf ihre Tasche gelegt. Stimmt. Sie hatte ihr Handy und ihr Geld dabei. Das ist ja so nützlich in einer anderen Dimension. Sie holte das Handy aus der Hosentasche und schaltete es ein. Zu Anfang stand auf dem Display: „Akku fast leer“ also musste sie sich beeilen. Sie hatte nämlich eine äußerst phänomenale Idee. Sie tippte eine SMS an ihre Schwester. Denn ihr Handyanbieter hatte neulich erst sein Netz auch auf fremde Dimensionen erweitert.

 

Abschicken. Nisynn, lies ein Buch! sich mit einem Seufzer ins Kissen sinken. Ob sie wohl Zurückschreiben würde, wenn sie überhaupt die SMS bekam? Ihre Schwester antwortete nämlich nicht immer auf Hilferufe. Zum Beispiel wenn sie sich gerade ihre Nägel lackierte. Nisynn hoffte. Vielleicht sitzt sie nur auf dem Klo. Da war die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie doch noch antworten würde.

Kyraâ wartete vor dem Schulhof. Mittlerweile waren alle Schüler draußen. Von Nisynn keine Spur. Auch ihr Fährtenhund wedelte ratlos mit dem Schwanz. Sie war vielleicht schon nach hause gegangen. Also machte sie sich auf den Weg nach hause. Auf die Idee war sie nämlich von ganz alleine gekommen, nachdem sie Stundenlang vor dem Gebäude gewartet hatte. Sie lief die Straßen entlang bis sie vor ihrem Haus ankam. Das Haus war schön. Es hatte eine Tür. Kyraâ zückte den Schlüssel und öffnete. Im Flur lag Nisynns Schultasche. „Also ist sie da“ dachte Kyraâ bei sich und schaute sich um. „Ni-chan??“ rief sie durchs Haus. Keine Antwort. „HEY NISYNN!!“ rief sie abermals. Die Wände erbebten. Die 22-Jährige ging zu Nisynns Schultasche und sah einen Zettel. Es war nämlich doch manchmal ganz praktisch Augen im Kopf zu haben.

Bin mit Freunden im „Tick!“ komme wohl etwas später heim.

 

Stand auf dem Zettel. Kyraâ seufzte auf. Na dann brauchte sie sich ja nicht allzu viele Sorgen machen. Sie ging in die Küche und machte schon mal das Essen. Es gab Hähnchen. Vom Hähnchenmann.

Eine Stunde…

Zwei Stunden…Dann fiel ihr ein, dass sie das Hähnchen im Backofen vergessen hatte. Als sie es rausholte war es schon ganz verkohlt.

Kyraâ stand auf und ging aus dem Haus. Sie musste dringend ein neues Hähnchen kaufen. Nisynn hatte sich aber mächtig verspätet. Kyraâ machte sich auf den weg zum „Tick!“.

Als sie dort ankam stand die zeit still. Am Baum um die Ecke war ein Hund beim pinkeln erstarrt. Ein Tor verschloss sich gerade. (Mal ganz unter uns: Die Mädels sind direkt nach der Schule in das Café gegangen. Und sicherlich nicht drei oder vier Stunden da drin gehockt ehe Unsinn ihren ersten Schluck koffeinhaltigen Kaffee getrunken hatte. Iiiiirgendwas stimmt hier nicht. Naja ok. Hier stimmt vieles nicht.)

„Nisynn!!“ rief Kyraâ. Zum X-ten mal. Immer musste Unsinn schwierigkeiten machen. Egal an welche Schule sie kam, jedes Mal schwafelte sie wirres Zeug, hatte einen Mary Sue Ausbruch und verursachte irgendeinen Scheiß mit Kaffee um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Nur dieses Mal musste sie ja unbedingt ein Tor in eine andere Dimension öffnen. Na super.

Langsam setzte sich alles wieder in Bewegung. Der Hund beendete sein Geschäft und der Mann links von ihr erstickte weiter an einem Fussel. Kyraâ stand da und Starrte auf den Fleck wo gerade noch das Tor gewesen war. Er war mit einem großen roten X gekennzeichnet. Aber vielleicht war es ja gar nicht Nisynn gewesen… Vielleicht gab es noch eine andere Mary Sue auf diesem Planeten. Das war sehr logisch. Kyraâ nickte. So musste es sein.

Langsamen Schrittes ging Kyraâ wieder nach Hause. Sie wusste genau, dass sich das Tor so schnell nicht mehr öffnen würde und mit Gewalt schon gar nicht. Da half auch ihr Dimensionstordietrich nicht.

Sie öffnete abermals die Haustür und betrat das stille Haus. Kyraâ lies sich auf dem Sofa nieder und machte ein Nickerchen. Ein paar Tage würde Unsinn auch ohne Rettung auskommen. Das Mittagsschläfchen ging vor. Stunde um Stunde verging. Die Sonne senkte sich langsam und verschwand mit einem „Plop“.

Plötzlich wurde Kyraâ von einem Piepen geweckt. Ihr Handy. Sie wollte es zuerst gegen die Wand schleudern, weil sie dachte, es sei ihr Wecker. Sie sprang auf und die Nachbarn schauten fern. Dann sah sie nach: Sie hatte eine SMS bekommen. Sie öffnete zuerst das SMS Menü und suchte in der Liste die neue SMS, dann öffnete sie die SMS und las.

Hi Kyraâ.

Ich hoffe du machst dir nicht allzu viele Sorgen um mich da ich nicht nach hause gekommen bin.

Na ja. Vielleicht hättest du auch Grund dazu, denn ich bin hier in Hane-i. Toller Schlamassel, hätten mir die Leute vom „Tick!“ nicht Kaffee mit Koffein angedreht. Oder anders ausgedrückt: wär ich nicht so doof gewesen und hätte mir einfach nen Kaba bestellt. Ich bin gerade in unserem alten Dorf. Ziemlich lustig hier. Wusstest du das ich Dambedai heiß, du Apfelstrudel, Mom Kirschtasche und Dad Berliner?? Das hast du sicher nicht gewusst ehühühü. Es ist gerade Nacht und ich bekomme kein Auge zu. Wir sind auf dem Weg zum Berg Neele, zur Weisen um zu erfahren wie wir wieder nach hause kommen. Hast du eine Ahnung? Schreib schnell zurück, denn mein Akku hält nicht mehr allzu lange. Und ich weiß nicht wie der Empfang ist, wenn wir erstmal auf dem Berg sind.

Nisynn. Schwachsinn

Sie war also auf Hane-i. Darauf wär sie nie gekommen. Kyraâ seufzte und schrieb zurück. Immer musste sie Probleme machen.

Nisynn war eingenickt. Plötzlich spürte sie etwas in ihrer Hand vibrieren und dieses etwas piepte dann auch noch wie wild. Zuerst dachte sie, sie hatte vergessen ihren Vibrator auszuschalten. Aber dann fiel es ihr wieder ein. Nisynn sprang auf und schaute auf ihr Handy. Eine SMS. Kyraâ? Oder Onkel Sam?

„Was piept hier so blöd??“ meckerte Taniko verschlafen.

„Mein Handy. Kyraâ hat geschrieben. Ich hatte ihr vor ein paar Minuten eine SMS geschrieben. Ich denke sie hat sie bekommen. Die Idee war auch voll geil und so.

 

Nisynn wollte die SMS gerade öffnen als der Akku versagte. Epic Fail.

So das war die heutige Portion Schwachsinn. Ich hoffe ihr habt euch nicht zu sehr verletzt.

2 Responses to “Nisynn: In Dunkelheit geboren – Teil 9”


  1. 1 Maia 23/04/2011 um 22:27

    Ich liebe ja diese völlige Gleichgültigkeit, einfach … Allem gegenüber. pp wow. Und hauptsache ich erzähle meiner Schwester erstmal völlig unwichtige Sachen in einer SOS!SMS, wenn mein Akku fast tot ist. Wie ich das vermisst habe. :D post ma‘ öfter.

  2. 2 schneediebin 25/04/2011 um 14:58

    „denn bei ihnen zu Hause zirpten auch Grillen“

    =D <3


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s





%d Bloggern gefällt das: